Bei der direkten Anbindung integriert der Webshop collana pay über dessen REST-API. Der gesamte Zahlungsprozess im Checkout, von der Transaktionserstellung bis zur Reservierung, läuft über die einheitliche collana pay Schnittstelle. Die daraus resultierende Transaktions-ID wird anschließend an das ERP-System übergeben, das die nachgelagerten Schritte wie Capture und Refund durchführt. Dieses API-first-Konzept bietet maximale Flexibilität und Kontrolle über die Zahlungsabwicklung.
Funktionsweise
Bei der direkten Anbindung kommuniziert der Webshop über die collana pay REST-API mit collana pay. Der Ablauf gliedert sich in zwei Phasen:
Phase 1: Zahlungsabwicklung im Shop (Checkout)
- Der Webshop erstellt eine neue Transaktion bei collana pay (Create) und erhält eine
transactionId. - Der Webshop bereitet die Zahlung vor (Prepare), der Kunde wird ggf. zur Zahlungseingabe weitergeleitet.
- Der Webshop reserviert den Betrag (Reserve), der Betrag wird beim PSP geblockt.
Nach Abschluss des Checkouts übergibt der Webshop die transactionId an das ERP-System.
Phase 2: Zahlungsverarbeitung im ERP
- Das ERP-System fragt den Status der Transaktion bei collana pay ab.
- Nach Warenversand stößt das ERP einen Capture an, um den Betrag einzuziehen.
- Bei Retouren oder Stornierungen stößt das ERP einen Refund oder Void an.
Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Prozessschritte, der asynchronen Kommunikation und des Notification-Handlings findet sich in diesem Artikel.

Wann lohnt sich die direkte Anbindung?
Die direkte Anbindung ist besonders sinnvoll, wenn:
- Sowieso Integrationsaufwand entsteht, etwa bei einem neuen Shop oder wenn keine passenden PSP-Plugins vorhanden sind
- Maximale Flexibilität gefordert ist: PSPs und Zahlungsarten sollen per Konfiguration wechselbar oder ergänzbar sein, ohne Code-Änderungen im Shop
- Internationalisierung eine Rolle spielt: verschiedene Märkte erfordern verschiedene Zahlungsformen (z. B. TWINT in der Schweiz, iDeal in den Niederlanden, P24 in Polen), die ggf. über unterschiedliche PSPs abgebildet werden
- Gebührenoptimierung gewünscht ist: Zahlungsformen wie PayPal oder Klarna können über deren direkte Schnittstelle angebunden werden, statt über einen PSP, was PSP-Gebühren einspart
Bei Shopsystemen wie Shopware oder Magento, für die es bereits bestehende PSP-Plugins gibt, lohnt sich der Aufwand der direkten Anbindung häufig nicht. In diesen Fällen kann die vorhandene Plugin-Infrastruktur genutzt und der Zahlungsprozess über die Import-Anbindung weitergeführt werden.
Vorteile
- Flexibilität bei PSP-Wechsel: Der Wechsel eines PSPs bei gleicher Zahlungsart erfordert keine Änderungen im Shopsystem, lediglich eine Konfigurationsänderung in collana pay.
- Paralleler Betrieb mehrerer PSPs: Verschiedene Zahlungsarten können über unterschiedliche PSPs abgewickelt werden, z. B. PSP A für Kreditkarte und PSP B für Klarna.
- Gebührenersparnis: Zahlungsformen wie PayPal oder Klarna können über deren direkte Schnittstelle statt über einen zwischengeschalteten PSP angebunden werden.
- Internationalisierung über eine API: Länderspezifische Zahlungsformen (TWINT, iDeal, P24 u. a.) lassen sich über verschiedene PSPs einbinden, ohne die Shop-Integration anzupassen.
- Wartungsarm: Änderungen an den APIs der PSPs werden von collana pay als Middleware abgefangen und erfordern keine Anpassungen im Shopsystem.
- Einheitliche Schnittstelle: Unabhängig von der Anzahl der PSPs und Zahlungsarten integriert der Webshop nur eine einzige API.